Ein Praxisbericht
Im Februar angekündigt, für Ende Juli erwartet und jetzt endlich erhältlich sind die beiden Spitzenmodelle der Pocket Loox Serie: der T810 (ohne Kamera) und T830 (mit 2-Megapixel-Kamera).
Spitzenmodelle nicht etwa, weil in ihnen der schnellste Prozessor der Reihe steckt (über den verfügt der Loox N560 mit einer Taktrate von 624 MHz, beim T830 sind es 416 MHz), sondern wegen der geradezu allumfassenden Ausstattung. Dies gilt übrigens nicht nur innerhalb der Palette der anderen PDAs von Fujitsu-Siemens, sondern meines Wissen auch im Hinblick auf sämtliche derzeit auf dem Markt befindliche Produkte anderer Hersteller wie HTC (Qtek), Mio, Eten oder HP.
Mindestens jeweils eine Sache kann der Loox T830 immer mehr oder wenigstens besser als die Konkurrenz. Zumindest dann jedenfalls, wenn man die Grösse des
Displays nicht mit in die Waagschale wirft. Denn der quadratische Bildschirm mit einer Bilddiagonalen von nur 2,4 Zoll ist im Vergleich unterdimensioniert.
Dafür wird man mit einer
brauchbaren Hardware-Tastatur entschädigt. Diese hat zwangsläufig nicht jenes Format, das man sich fürs schnelle Zehn-Finger-System-Tippen wünscht; aber nach einiger Zeit der Gewöhnung kommt man mit der Zwei-Daumen-Bedienung der leicht gerundeten Tasten leicht zurecht. Die Tastaturbelegung ist im Rahmen des beschränkten Platzes gut durchdacht; die Tasten können beleuchtet werden, so dass sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen ohne Probleme schreiben lässt. Manche hätten wahrscheinlich zugunsten eines grösseren Bildschirm (mit VGA-Auflösung) gern auf die Tastatur verzichtet. Bei meinem bisherigen Gebrauch bin ich freilich mit der vorliegenden Kombination durchaus glücklich geworden.

Mit
Massen von 127 x 64 x 22 Millimetern und einem Gewicht von knapp unter 200 Gramm ist der T830 nicht gerade ein Gerät für diejenigen, denen ihr Handy nicht klein und flach und stylish genug sein kann. Solche Leute kaufen aber wohl ohnehin keine Smartphones oder PDAs mit Telefonfunktion.
Was das Telefonieren betrifft, ist der Loox ein solides Arbeitsgerät. Ich muss mir keine Klingeltöne selber komponieren können; ich bin froh, wenn mein Handy bei eingehenden Anrufen irgendein leidlich an ein Telefon erinnerndes Geräusch von sich gibt, dessen Frequenz selbst meine nicht mehr jugendlichen Ohren ohne grössere Anstrengung vernehmen können. Wenn ich den Anrufenden dann auch noch gut verstehen kann und er mich, bin ich vollauf zufrieden. Diesen Anforderungen genügt das Gerät bestens, wahrscheinlich sogar ein paar weiteren, die mich indessen bis jetzt nicht interessiert haben und wahrscheinlich auch nie interessieren werden.
Das Ding beherrscht auch
UMTS, womit man inzwischen bekanntlich sogar Fernsehen auf dem Handy empfangen kann – was auch nicht unbedingt mein cup of tea ist. Wer grosse Datenmengen über das Telefon empfangen und senden muss, wird UMTS zu schätzen wissen. Ich bin bislang gut ohne ausgekommen; mag sein, dass sich dass auch noch einmal ändert
Für meine Zwecke wesentlich wichtiger ist die Möglichkeit, über
WLAN (802.11b/g) Zugang zum Internet zu haben und auch E-Mails empfangen und versenden zu können. Internet-Telefonie sollte ebenfalls möglich sein, habe ich jedoch bis jetzt noch nicht ausprobiert.
Ebenfalls mittlerweile unentbehrlich ist für mich das eingebaute
GPS (Sirf Star III) zur Navigation. Eine eigene Navigationssoftware wird nicht mitgeliefert, sondern muss zusätzlich angeschafft werden. Nützlich ist freilich allein schon der integrierte „GPS-Locator“. Mit seiner Hilfe kann man unterwegs Wegpunkte markieren (den Parkplatz etwa oder das Hotel in einer fremden Stadt) und sich mittels eines eingeblendeten Kompasses und stets aktualisierten Entfernungsangaben zum gewünschten Ziel zurückmanövrieren lassen.
Über
Bluetooth schließlich kann der Loox T830 mit einem drahtlosen Headset oder einer externen Tastatur verbunden werden. Infrarot ist nicht eingebaut, was den Gebrauch früher angeschaffter IR-Tastaturen leider ausschließt.
Das beigefügte
Zubehör entspricht dem üblichen Standard: Ladegerät, USB-Synchro-Lade- Kabel und Dockingstation, Headset, zusätzlicher Stylus und eine Ledertasche mit Gürtelclip (nicht schön, aber auch nicht hässlich). Der Mini-USB Anschluss am Gerät lässt sich auch in den Host-Modus schalten, um etwas Speichersticks anschliessen zu können; das dafür benötigte Kabel muss allerdings extra gekauft werden.
Grosszügiger als mit diesem kleinen Stück Strippe gibt sich Fujitsu Siemens bei der
Software-Ausstattung des Loox T830: nicht nur bei den mitgelieferten Applikationen wie einem ZIP- oder einem Backup-Programm, sondern auch mit einem Gutschein, der zum Herunterladen von weiterer Software (z.B. eines Wörterbuch-Pakets) berechtigt. Das Handbuch ist gut auf der beigelegten CD (mit der Synchronisationssoftware ActiveSync) versteckt: Im Ordner „OEM“ befindet sich das Manual im PDF-Format zum Selberausdrucken.
Die günstigste Preise für den Pocket Loox T830 liegen zur Zeit im
Internethandel zwischen 850 und 900 Franken
Infos von Fujitsu Siemens.