Die Apple-Fans sind komplett aus dem Häuschen: Seit Monaten wird wild spekuliert, jagen sich die Gerüchte, ein Prototyp gelangte gar über eine Tauschbörse in Umlauf und wurde von Tausenden heruntergeladen. Schluss, vorbei, Apple hat den Veröffentlichungstermin für das neue Mac-Betriebssystem mit dem Codenamen Tiger bekannt gegeben: Am 29. April startet die weltweite Auslieferung.
Wer einen Blick in die einschlägigen Foren wirft, kann sich als Aussensteher über die Hysterie nur verwundert die Augen reiben: «Da Tiger einen fetten Umfang hat, kann man ja die Wartezeit dazu verwenden schon mal Grosshandelspackungen Catsan zu kaufen, damit das Viech sich zu Hause wohl fühlt und nix zu müffeln anfängt.» «Ich halte es nicht mehr aus. Gaaaanz tief durchatmen, die Raubkatze ist bestellt», «Am 29. April habe ich Geburtstag, dann schnurrt der Tiger als mein Geburtstagsgeschenk», «Bäää, jetzt muss ich wieder Geld für eine völlig unerwartete Weiterentwicklung ausgeben.» Aber auch die vorsichtige Fraktion ist vertreten: «Kauft mal schön, ich freue mich jetzt schon auf all das Gejammer, was nachher nicht mehr funktioniert.»
Apples Tiger ist die fünfte grössere Version des Mac OS X, das im Frühling 2001 auf den Markt kam. 200 neue Funktionen soll Tiger anbieten. Highlight der Raubkatze ist das vielgerühmte Spotlight, eine neue Technologie, mit dem man den Mac rasend schnell bis in die hintersten Ecke nach Bildern, Kontakte, Kalender, Texten, Mails, Programmen und so weiter durchsuchen kann. Ein hübscher Effekt ist auch Dashboard, Miniprogramme, die wie von Zauberhand direkte Informationen wie Aktienkurse, Wetterbericht oder Abflugszeiten auf den Bildschirm zaubert.
Die Erwartungen an Tiger sind hoch, schliesslich zielt Apple-Boss Steve Jobs direkt auf Microsoft. Der Softwaregigant hat die Nachfolgeversion von Windows XP, Codename Longhorn, auf Ende 2006, anfang 2007 verschoben haben. Wie frotzeln die Macianer derzeit so schön: «Tiger, long long before Longhorn.»
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